Digitaler Gruppenfunk für Rettungshundestaffeln: Ziele, Umsetzung und Erfahrungen aus DGDS
Allgemein | 03.03.2026
Breitbandige 5G‑Netze eröffnen neue Möglichkeiten für die Einsatzkommunikation im Ehrenamt. Im Projekt DGDS wurde ein digitales Gruppenfunksystem für Rettungshundestaffeln erprobt, um Einsätze besser zu koordinieren und private Organisationen in übergeordnete Strukturen einzubinden.
Dieser Beitrag fasst die Ziele, die Vorgehensweise und die positiven Erfahrungen zusammen.
Ziele des Projekts
Ziel des Vorhabens war es, einen zuverlässigen, datenschutzkonformen und kosteneffizienten digitalen Gruppenfunk für ehrenamtliche Rettungsorganisationen bereitzustellen.
Statt eine Eigenentwicklung zu starten, entschied sich das Projekt bewusst für eine professionelle, marktreife „Mission Critical Push to Talk“‑Lösung, die:
- das 5G‑Netz mit großer Reichweite nutzt,
- datenschutzkonform und hochverfügbar ist,
- sich einfach und zentral administrieren lässt und
- für unterschiedliche Nutzerzahlen und Szenarien skalierbar bleibt.
Vorgehen und technische Umsetzung
Nach einer gemeinsamen Anforderungserhebung mit den beteiligten Staffeln wurde eine SaaS‑Lösung gewählt, bei der handelsübliche Android‑Smartphones als Funkgeräte dienen.
Das Projekt arbeitete iterativ: Rückmeldungen aus Übungen und Einsätzen flossen laufend in die Konfiguration ein. Organisatorisch orientierte sich DGDS an agilen Prinzipien mit regelmäßigen virtuellen Besprechungen, klaren Zuständigkeiten und einer zentralen Dokumentation aller Ergebnisse.
Im praktischen Einsatz erfüllte der digitale Gruppenfunk die wichtigsten Anforderungen der Staffeln. Positiv hervorgehoben wurden:
- stabile Verbindungen über 5G mit quasi beliebiger Reichweite,
- flexible Verschaltung von Gruppen und überregionale Nutzung,
- zentrale Verwaltung mit überschaubarem Administrationsaufwand und
- kostengünstige Endgeräte, da Standard‑Smartphones genutzt werden.
Das System erwies sich zudem als gut skalierbar: Die Zahl der Nutzer und Gruppen kann wachsen, zusätzliche Einsatz‑Apps lassen sich integrieren, und Schnittstellen ermöglichen spätere Erweiterungen. Die Rückmeldungen der Rettungshundestaffeln waren sehr positiv; eine Rückkehr zu rein analogen Systemen erscheint dort nicht sinnvoll.
Zusammenarbeit und Wissenstransfer
Neben der Technik war die Zusammenarbeit im Projekt ein wichtiger Erfolgsfaktor: kontinuierliche und transparente Kommunikation, gemeinsame Tools zur Dokumentation sowie regelmäßige agile Abstimmungen.
Parallel wurden Polizei, Feuerwehr, Bergwacht, Unternehmen, Schulen und Gemeinden über Übungen und Blogbeiträge eingebunden. So entstanden zusätzliche Nutzungsideen – etwa das Schließen lokaler Funklöcher mit einer drohnengestützten „WLAN‑Kuppel“.
Die gewonnenen technischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse werden von den beteiligten Hochschul‑ und Projektpartnern der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Im nächsten Blogartikel stehen die Herausforderungen und offenen Fragen im Mittelpunkt, die bei der Verstetigung des Systems sichtbar wurden.





